Oud Haus Berlin

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Naseer Shamma

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Naseer Shamma Oud Haus Berlin

 

Musik - Kultur - Begegnung

 

In einer Zeit, in der sich Europa und der Nahe und Mittlere Osten scheinbar immer weiter voneinander entfernen, aber zugleich zu erkennen ist, wie nah sie sich sind, wie stark sie aufeinander angewiesen sind und aufeinander ausstrahlen, in einer solchen Zeit ist Kulturarbeit - gerade auch durch das Medium Musik - ein Beitrag zum gegenseitigen Verstehenlernen.

 

Geflüchtete sollen Deutschland besser verstehen lernen, sollen eine Perspektive für ihre kulturelle Identität erhalten. Deutsche mit und ohne Migrationshintergrund sollen die arabische Welt in ihrer reichen kulturellen Vielfalt kennen lernen.

 

Über diese Verständnisbrücken können ein friedliches Zusammenleben gefördert und gegenseitiger Respekt und Toleranz  aufgebaut sowie die Freude an Musik geteilt werden. Daran sehen wir besonderen Bedarf und wir wollen einen Raum schaffen für Information, Auseinandersetzung und gemeinsame Kreativität. Der Fokus wird auf der arabischen Musik liegen.

 

Gleichzeitig bietet die Beschäftigung mit arabischer Musik Möglichkeit, Gemeinsamkeiten zu entdecken und einen Rahmen, um auch andere kraftvolle, künstlerische Stimmen hörbar zu machen und ins Gespräch zu bringen. In allen Geschichtsperioden war gerade die arabische Welt Drehscheibe des globalen Austauschs von Ideen und Techniken zwischen Asien und Europa mit starker Durchmischung kultureller Lebenswelten. Die Oud, die arabische Laute, das Hauptinstrument der arabischen Musik, gilt als die Mutter aller Saiteninstrumente. Sie bildet die Grundlage für die europäische Gitarrenmusik: Während der muslimischen Herrschaft auf der iberischen Halbinsel (al-Andalus) wurde sie in Europa bekannt und inspirierte die spanische Gitarrenmusik (z.B. Flamenco). Die Oud hat damit schließlich mittelbar auch einen historischen Beitrag zu moderner Gitarrenmusik geleistet und wird heutzutage von vielen Gitarristen als Inspirationsquelle und Stilelement hoch geschätzt.

 

Der weltweilt profilierteste Oud-Spieler, Herr Naseer Shamma, konnte für das Projekt in Berlin gewonnen werden. Er hat Erfahrung als Gast-Professor/Dozent an verschiedenen Musikhochschulen und Universitäten und betreibt sowohl in Kairo als auch in Abu Dhabi eigene Musikakademien (Arabic Oud House), an denen er Meisterkurse durchführt und Projekte für sozial Benachteiligte realisiert. Er legt dabei besonderen Wert darauf, dass die Absolventen seiner Meisterklassen nur dann ein Zertifikat erhalten, wenn Sie selbst mindestens fünf weitere Schüler/Innen unterrichtet haben.

 

Er möchte nun auch in Berlin Musik als Mittel nutzen, Brücken zwischen verschiedenen Kulturen zu bauen und durch musikalische Bildungsangebote für Kinder an Brennpunktschulen, in Willkommensklassen und geflüchteten Erwachsenen neue Perspektiven vermitteln. Die Musik kann dabei helfen den Spracherwerb zu fördern, Barrieren zwischen Kindern der zweiten und dritten Generation von Einwanderern und Flüchtlingen abzubauen und Möglichkeiten der Teilhabe, Identitätsbildung und Integration zu eröffnen.

 

Naseer Shamma verfügt dabei als international renommierter Künstler über ein großes Netzwerk und hat sechs von ihm auf höchstem Niveau ausgebildete Lehrer gewinnen können, um nach Berlin zu kommen. Die Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. stellt Ihre Netzwerke ebenfalls zur Verfügung und unterstützt bei Veranstaltungsorganisationen und der Öffentlichkeitsarbeit. Im neu gegründeten Trägerverein sind Institutionen wie das Museum für Islamische Kunst, das Zentrum Moderner Orient und die Staatsbibliothek Berlin vertreten, die ebenfalls über vielfältige Kontakte verfügen.

Beit al Oud Music Academy in Abu Dhabi

Presse

Der Tagesspiegel vom 2. März 2017

Deutsche Welle Arabic vom 2. März 2017

Am 6. Dezember 2016 wurde im Roten Rathaus zu Berlin der Verein

Naseer Shamma Oud Haus Berlin - Music for All, eingetragen im Vereinsregister des Amtsgerichts Charlottenburg, VR: 35729 B 1, gegründet.

 

 

Vorsitzender:

Prof. Dr. Claus-Peter Haase,

ehemaliger Direktor des Museums für Islamische Kunst im Pergamonmuseum

 

Vizepräsident:

Houssam Maarouf,

Vizepräsident der Deutsch-Arabischen Freundschaftsgesellschaft

 

Schatzmeister:

Rechtsanwalt Dr. Andreas Köhler

 

Erweiterter Vorstand:

Dr. Sonja Hegazy,

stellvertretende Direktorin des Zentrums Moderner Orient (ZMO) in Berlin

Sana Mukarkar-Schwippert,

Journalistin und Schriftstellerin

 

Weitere Gründungsmitglieder:

Prof. Dr. Ulrike Freitag,

Direktorin des ZMO

Birgitta Strunk,

Senatskanzlei Berlin, Abteilung Protokoll und Auslandsangelegenheiten

Pfof. Dr. Stefan Weber,

Direktor des Museums für Islamische Kunst Berlin

Christoph Rauch,

Leiter der Orientabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin

Wolf Schwippert

Rechtsanwalt

Integration und Spracherwerb

 

Musik bietet die Möglichkeit auf kreative, spielerische Art auch ohne gemeinsame Worte erste Brücken zu bauen. Gruppenprozesse (Chorsingen, Ensemblespiel) ergeben sich auf sprachfreier oder vorsprachlicher Basis und ermöglichen es, Gefühle auszudrücken.

 

Die Musiklehrer gehen in Kitas, Willkommensklassen, Brennpunktschulen und Schulen, die bislang noch keinen musikalischen Schwerpunkt haben und bieten regelmäßig entweder in einer Schulstunde oder als AG musikalische Projekte basierend auf der arabischen Musiktradition an. Der Spracherwerb wird durch spezifische Methoden des Singens und Musizierens gefördert.

 

Ein Oud-Bauer repariert gemeinsam mit interessierten Schüler/innen  Instrumente, auf denen dann das Spiel unterrichtet wird und am Ende als Orchesterkonzert präsentiert wird.

 

Musicalprojekte, die Verbindungen zwischen den Kulturen schaffen, z.B.  zu Musik der Sufis oder westlichem Jazz und Pop sowie westlicher klassischer Musik, eröffnen neue Perspektiven.

 

In Erstaufnahmeeinrichtungen und Sammelunterkünften werden ebenfalls musikalische Projekte angeboten, die die Tradition der arabischen Herkunftsländer bewahren und gleichzeitig helfen, seelische Nöte zu lindern. Ebenso wird Unterricht in Nachbarschaftshäusern in den Berliner Bezirken angeboten.

 

 

Plattform für geflüchtete Musiker aus dem arabischen Raum

 

Viele Musiker aus dem arabischen Raum sind nach Berlin/Deutschland geflohen und stehen vor dem Nichts bzw. einem schwierigen Neuanfang. Das Projekt will hier ansetzen und eine Plattform bieten, die einerseits für Offenheit in den Berliner Institutionen gegenüber Musik und Menschen aus der arabischen Welt wirbt und andererseits den Angekommenen die Musiklandschaft Berlins/Deutschlands näherbringt und Wege zur Teilhabe und nachhaltigen Integration im kulturellen und gesellschaftlichen Leben aufzeigt. Einerseits soll ein Anlaufpunkt für die Musiker geschaffen werden, wo Informationen über die Musiklandschaft in Deutschland/Berlin abrufbar sind und andererseits soll bei den Berliner Institutionen dafür geworben werden, Musiker aus der arabischen Welt aufzunehmen, zu integrieren und zu fördern.

 

 

Kooperationen/Austausch mit Institutionen

der arabischen Welt

 

Viele musikalische Institutionen in der arabischen Welt leisten hervorragende Arbeit, sind aber in Deutschland/Berlin nur wenig bekannt. Der Aufbau von Kooperationen wie zum Beispiel mit der Musikschule Al Kamandjati in Palästina oder den beiden von Naseer Shamma gegründeten Musikschulen in Kairo und Abu Dhabi soll perspektivisch in  Austausch zwischen jungen Musikschülern münden.

 

 

Gesangs- und Instrumentalunterricht arabischer Musik

 

In Nachbarschaftsheimen und bei anderen Partnern soll dezentral in den Bezirken Gesangs- und Instrumentalunterricht angeboten werden.

 

In Fach- und Meisterkursen werden auch Fortgeschrittene und Meisterschüler auf den klassischen arabischen Instrumenten unterrichtet; eine besondere Rolle kommt der arabischen Laute, der Oud, zu. Neben seiner eigenen Rolle als Lehrer hat Naseer Shamma einige hervorragende Interpreten klassischer arabischer Musik für das Berliner Oud Haus als Dozenten gewonnen.

 

Das Oud Haus bietet außerdem einen zweijährigen Meisterkurs an, dessen Abschluss eine Karriere als Profimusiker ermöglicht und der für Kooperation mit einer Musikhochschule durchgeführt werden soll.

 

Wir sind im Gespräch über gemeinsame Veranstaltungen der Meisterschüler mit dem Humboldt-Forum, dem Maxim Gorki Theater, dem Konservatorium für türkische Musik Berlin, städtischen Musikschulen und natürlich mit Geflüchteten selbst sowie mit Schulen, Kitas und Stadtteilinitiativen. Die Orientabteilung der Staatsbibliothek, das Museum für Islamische Kunst, das Musikinstrumentenmuseum, die Barenboim-Said-Akademie, das Leibniz-Zentrum Moderner Orient (ZMO) in Berlin und die Freie Universität Berlin (insbesondere der Masterstudiengang „History of the Islamicate World“) sowie das Pfefferwerk haben bereits eine Kooperation zugesagt.

Instrumentenlehre

  • Oud (Kurzhalslaute)
  • Saz (Langhalslaute)
  • Qanoun (Kastenzither)
  • Ney (orientalische Flöte)
  • Al Iqaa (Rythmuslehre)

 

Kurse

  • Schnupper- und Anfängerkurse
  • Arabischer Gesang / arabische Musik
  • Kurse für Musikstudenten mit Fachgebiet Oud / Saiteninstrumente (2-jähriger Kurs nach Naseer Shammahs Curriculum mit Abschlussprüfung und Diplom)
  • Kurse für Flüchtlinge
  • Kurse für Schulkinder

 

Schwerpunkte in der Flüchtlingsarbeit

  • Arbeit mit Kindern von Flüchtlingen
  • Plattform für geflüchtete Musiker

 

Projekte mit

  • Kindern von Flüchtlingen
  • Schulen
  • anderen Musikschulen
  • Museen
  • Theatern

 

Werkstatt

  • Bau von Instrumenten
  • Restaurierung von Instrumenten
  • Reparatur von Instrumenten
  • Ausbildung von Oud-Instrumentenbauern
    unter der Leitung eines der bekanntesten Meister des Oud-Instrumentenbaus.

 

Musiklehre

  • Studenten aus dem In- und Ausland, die professionell klassische arabische Musik studieren wollen
  • Amateure aller Altersgruppen ab 6 Jahren, die arabische Musik spielen wollen
  • Besonderer Schwerpunkt:
    Flüchtlinge und deren Kinder
  • Geflüchtete Musiker aus dem arabischen Raum

 

Musiklehrer

  • Die Musiklehrer kommen aus dem Kreis der bisher in Ägypten und den Emiraten tätigen Meisterschüler Naseer Shammas mit jahrelanger Erfahrung.

Zur Person Naseer Shammas

 

Naseer Shamma wurde 1962 im Irak geboren und ist einer der profiliertesten Oud-Spieler der Welt. Er wurde international mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Naseer Shamma studierte an der Musikhochschule Baghdad bei dem irakischen Großmeister Mounir Bashir, wo er 1987 sein Diplom erhielt. Von 1993 bis 1998 lehrte er an der Musikhochschule in Tunis.

 

Seit Beginn seiner beruflichen Laufbahn komponiert Naseer Shamma eigene Stücke und gibt weltweit Konzerte. Seit 1999 lebt er in Kairo und gründete dort 1998 das Beit al-Oud al-Arabi in Zusammenarbeit mit der ägyptischen Oper. 2008 folgte die ebenfalls durch ihn initiierte Gründung der Beit al-Oud Music Academy in Abu Dhabi und 2011 das Beit al-Oud al-Arabi in Alexandria.

 

Naseer Shamma konzertiert weltweit, oft in Zusammenarbeit mit dem al-Oyoun Ensemble, in dem Methoden und Instrumente der klassisch-arabischen mit denen westlicher Musik kombiniert werden oder dem Global Music Ensemble mit herausragenden Musikern aus 6 Ländern.

 

Als einziger Musiker der Gegenwart hat Naseer Shamma, basierend auf den Schriften des berühmten Musiktheoretikers al-Farabi, der im 9. Jahrhundert in Baghdad lebte und lehrte, eine Oud mit acht statt der üblichen sechs Saiten gebaut. Diese Veränderung erweitert den Tonumfang des Instrumentes und verleiht ihm eine eigene Tonalität.

 

Eine weitere Neuerung Naseer Shammas besteht in der Verwendung und der Lehre einer einhändigen Spieltechnik der Oud. Diese wurde ursprünglich von Salim Abdelkarim entwickelt, um im Golfkrieg Versehrten das Oudspielen zu ermöglichen.

 

 

Naseer Shamma ist unter anderem:

 

Goodwill Ambassador - 2016

for the Non-Violence Project in Scandinavia

 

UNESCO Goodwill Ambassador - 2017

For protection of cultural heritage and for support education